Wenn das Operating Model nicht zum Geschäftsmodell passt

Es ist einer dieser Momente, die im Interim Management erstaunlich häufig auftreten:

Das Unternehmen wächst. Die Nachfrage ist da. Das Team arbeitet am Limit – und trotzdem funktioniert die Lieferkette nicht.

Out-of-Stock hier, Überbestände dort, permanentes Feuerlöschen überall.

Die naheliegende Erklärung: „Wir müssen besser planen.“

Die unbequeme Wahrheit: Das Operating Model passt nicht zum Geschäftsmodell.

Symptom-Denken vs. System-Denken

In vielen Organisationen wird an den Symptomen gearbeitet:

  • Forecast verbessern
  • Prozesse disziplinieren
  • Tools austauschen
  • zusätzliche Ressourcen einstellen

Das wirkt – kurzfristig. Aber nur solange das Grundproblem ignoriert wird:

Ein System, das für Stabilität gebaut wurde, kann keine Volatilität beherrschen.

Der klassische Zielkonflikt

Geschäftsmodell: D2C, kampagnengetrieben, hohe Volatilität

Operating Model: Forecast-basiert, lange Lead Times, starre Planung

Ergebnis:

  • Forecasts sind permanent falsch
  • Sales greift ständig ein
  • Produktion läuft hinterher
  • SCM im Feuerwehrmodus

Nicht wegen der Menschen, sondern wegen des Systems.

Woran man ein Mismatch erkennt

  • Kein klarer Cut-off für Änderungen
  • Keine Trennung von Base Demand und Kampagnen
  • Tägliche Planänderungen
  • Kein echtes S&OP / S&OE
  • Unklare Rollen
  • Schatten-Tools

Die eigentliche Herausforderung

Die zentrale Frage lautet: Welches Operating Model braucht das Geschäftsmodell wirklich?

Lösungsansatz

  • Hybrides Modell (Forecast + Pull)
  • Klare Governance (S&OP / S&OE)
  • Single Source of Truth

Warum Transformationen scheitern

Weil falsche Erwartungen gesetzt werden: schnelle Wirkung vs. struktureller Umbau.

Fazit

Exzellenz entsteht nicht durch bessere Ausführung – sondern durch ein passendes Systemdesign.

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