← Zurück zum Assessment
BEISPIELREPORT · FIKTIVE DATEN

Inventory & Working Capital Health Check – Executive Management Report

Muster Components GmbH · Industrial Manufacturing · Illustrative Assessment- und Bestandsdaten

36 Fragen · 7 DimensionenCOGS €42mBestand 8,4 Mio. €DIO 73
56%Gesamtreife
Gesteuert / in EntwicklungKlassifikation
1,7 Mio. €A/L Inventory
620 T€E&O
1,2–1,8 Mio. €Illustratives WC-Potenzial
01 · EXECUTIVE SUMMARY

Das Problem ist nicht Bestand allein – sondern fehlende Differenzierung der Steuerung.

Das Beispielunternehmen verfügt über eine grundsätzlich tragfähige Governance, steuert Bestände jedoch noch nicht ausreichend differenziert nach wirtschaftlicher Bedeutung, Umschlag, Marge und Risiko. Die größten Cash-Hebel liegen in A/L-Beständen, Parameterqualität, E&O und Portfolio-Wirtschaftlichkeit. Das Management sollte deshalb keine pauschale Bestandsreduktion anstoßen, sondern strukturelle Ursachen gezielt bearbeiten und gleichzeitig die Lieferfähigkeit schützen.

P1A/L-Kapitalbindung

1,7 Mio. € verbinden hohe wirtschaftliche Bedeutung mit geringer Umschlagshäufigkeit.

P1ERP-Parameter neu kalibrieren

Lead Times, MOQ, Losgrößen und Sicherheitsbestände benötigen eine systematische Validierung.

P2Portfolio-Bereinigung

Low-Margin-/Low-Turnover-Produkte benötigen Portfolioentscheidungen statt reiner Bestandsmaßnahmen.

02 · MATURITY DASHBOARD

Sieben Dimensionen zeigen, wo die Steuerung trägt – und wo Cash-Leckagen verbleiben.

DimensionScoreReifegradPriorität
Strategie & finanzielle Zielsetzung68%GesteuertMITTEL
Nachfrage & Forecast-Qualität54%In EntwicklungHOCH
Stammdaten, ABC/LMH & Dispositionsparameter46%In EntwicklungSEHR HOCH
Sicherheitsbestände, Servicelevel & Bestandssteuerung52%In EntwicklungHOCH
Überbestände, Obsoleszenz & Portfolio-Wirtschaftlichkeit44%ReaktivSEHR HOCH
Lieferanten, Beschaffung & Durchlaufzeiten63%GesteuertMITTEL
Governance, Kennzahlen & Verbesserungssteuerung67%GesteuertMITTEL
03 · TOP MANAGEMENT PRIORITIES

Drei Prioritäten – keine fünfzehn parallelen Initiativen.

P1

Kapitalbindung in A/L-Beständen reduzieren

Warum relevant: A/L verbindet hohe wirtschaftliche Bedeutung mit geringer Umschlagshäufigkeit. Im Beispieldatensatz sind 1,7 Mio. € in diesem Segment gebunden.

Managementmaßnahme: Top-A/L-Artikel hinsichtlich Bedarf, Sicherheitsbestand, MOQ, Losgröße und Beschaffungsmodell prüfen. Geeignete Artikel auf bedarfsorientierte bzw. MTO-Logik umstellen.

Owner: Supply Chain / Einkauf · Zeithorizont: 0–60 Tage

P2

ERP-Dispositionsparameter neu kalibrieren

Warum relevant: Lead Times, MOQ und Losgrößen entsprechen nicht durchgängig den tatsächlichen Bedingungen. Dadurch kann das ERP systematisch zu hohe Bestandsvorschläge erzeugen.

Managementmaßnahme: Zunächst A-Artikel validieren, Lead Times, MOQ, Losgrößen und Sicherheitsbestände korrigieren und anschließend geregelte Parameterreviews etablieren.

Owner: Planning / Einkauf / Master Data · Zeithorizont: 0–90 Tage

P3

Low-Margin-/Low-Turnover-Portfolio bereinigen

Warum relevant: Ein Teil des Portfolios bindet Cash, liefert aber zu wenig Marge und erzeugt zusätzliche operative Komplexität.

Managementmaßnahme: Marge, Turnover, Bestand und Komplexität gemeinsam bewerten. Preis, MTO, MOQ, Variantenkonsolidierung oder Phase-out entscheiden.

Owner: Management / Vertrieb / Supply Chain / Finance · Zeithorizont: 30–90 Tage

04 · MANAGEMENT PATTERN DIAGNOSIS

Red Flags zeigen die Muster hinter dem Bestandswert.

SEHR HOCH
A/L-KAPITALBINDUNG

Wertintensive Low-Turnover-Bestände werden nicht ausreichend differenziert gesteuert.

Evidenz: 1,7 Mio. € A/L-Bestand; Top-Artikel nach Wert priorisieren.

HOCH
LOW MARGIN / HIGH INVENTORY

Reine Bestandsoptimierung greift bei Produkten mit schwachem Ergebnisbeitrag zu kurz.

Evidenz: 480 T€ Low-Margin-/Low-Turnover-Bestand im Beispiel.

SEHR HOCH
ERP-PARAMETER VERALTET

Dispositionsparameter spiegeln Lead Times, MOQ und Losgrößen nicht durchgängig realistisch wider.

Evidenz: Risiko struktureller Überbestände und falscher Bestellvorschläge.

HOCH
SICHERHEITSBESTAND KOMPENSIERT UNSICHERHEIT

Sicherheitsbestände können Forecast- und Supply-Variabilität verdecken statt explizit zu steuern.

Evidenz: Neuberechnung nach Trennung von Nachfragefehler, Lieferzeitstreuung und Serviceziel.

05 · ABC / LMH CONTROL MODEL

Bestand nach wirtschaftlicher Bedeutung und Umschlag.

Die Beispielmatrix verteilt 8,4 Mio. € Bestand auf neun ABC/LMH-Segmente. A/L ist hervorgehoben, weil hoher Wert und geringer Umschlag das stärkste Working-Capital-Risiko bilden.

ABCLow TurnoverMedium TurnoverHigh Turnover
A€1.70m€1.30m€1.50m
B€0.65m€0.75m€0.80m
C€0.55m€0.55m€0.60m

Empfohlene Regel: ABC/LMH regelmäßig neu berechnen und das Segment als Trigger für differenzierte Servicelevel, Dispositionsverfahren, Review-Frequenzen und ERP-Parameter nutzen.

06 · PORTFOLIO ECONOMICS

Nicht jedes Bestandsproblem sollte mit Bestandsoptimierung gelöst werden.

Entscheidungsmatrix Marge × Turnover

Hohe Marge / High Turnover

Service und Verfügbarkeit absichern.

Niedrige Marge / High Turnover

Preis/Kosten und Prozesseffizienz verbessern.

Hohe Marge / Low Turnover

Selektive Bestandsoptimierung und MTO prüfen.

Niedrige Marge / Low Turnover

480 T€ Beispielbestand. Preis, MOQ, MTO, Varianten oder Phase-out prüfen.

Managementprinzip

Wenn ein Artikel geringe Umschlagshäufigkeit, hohen Bestand und einen schwachen wirtschaftlichen Beitrag verbindet, kann eine reine Parameteroptimierung die falsche Antwort sein. Die erste Frage lautet dann, ob das Produkt überhaupt im Portfolio bleiben sollte und unter welchen kommerziellen Bedingungen.

07 · ERP REPLENISHMENT STRATEGY

Segmentierung in konkrete Systemregeln übersetzen.

SegmentGrundstrategieSicherheitsbestandLos-/BestelllogikReview
A/LMTO / bedarfsbezogen bevorzugtniedrig / individuellkleine Lose; MOQ kritischmonatlich
A/MMRP / Forecastdifferenziertoptimiertmonatlich
A/HMRP / Autoservicelevelbasierthohe Frequenzmonatlich
B/LBedarf / Verbrauchniedrigkleinquartalsweise
B/MStandard MRPStandardStandardquartalsweise
B/Hautomatisierte DispositionStandardautomatisiertquartalsweise
C/LMTO / Einzelbeschaffungmöglichst geringbei Bedarfhalbjährlich
C/MReorder PointniedrigStandardhalbjährlich
C/HKanban / Reorderstandardisiertwirtschaftliche Losehalbjährlich

Diese Regeln sind ein Ausgangspunkt, kein starres Universalmodell. Shelf Life, regulatorische Restriktionen, Lieferantenrisiko und Kundenkritikalität können die Basisstrategie übersteuern.

08 · WORKING CAPITAL OPPORTUNITY

Potenzial quantifizieren, ohne Schätzungen zu Versprechen zu machen.

Illustratives validierbares Potenzial1,2–1,8 Mio. €

Das Potenzial muss gegen reale Bedarfe, Serviceanforderungen, Lieferantenvereinbarungen und Umsetzungsrestriktionen validiert werden.

HebelIllustratives PotenzialPrimäre Maßnahmen
A/L-Bestandsreduktion350–500 T€Bedarfsvalidierung, Sicherheitsbestand, MOQ, Losgröße, MTO
E&O / Slow Mover250–350 T€Verbrauch, Rückgabe, alternative Nutzung, Abverkauf, Phase-out
MOQ- & Losgrößenoptimierung220–320 T€Lieferantenverhandlung und Produktionslosgrößen prüfen
Sicherheitsbestände neu kalibrieren180–280 T€Servicelevel- und variabilitätsbasierte Berechnung
Portfolioentscheidungen200–350 T€Preis, MTO, Variantenkonsolidierung, Phase-out

Referenzrechnung: 42 Mio. € COGS und 8,4 Mio. € durchschnittlicher Bestand entsprechen rund 73 DIO. Ein DIO entspricht bei dieser Kostenbasis etwa 115 T€ Bestand.

09 · 30 / 60 / 90 DAY ROADMAP

Von Transparenz zur systemischen Steuerung.

0–30 TageCash sichtbar machen
  • Inventory Baseline und DIO
  • A/L & E&O
  • Offene Bestellungen prüfen
  • Top-Parameterabweichungen
31–60 TageSteuerung differenzieren
  • ABC/LMH
  • Servicelevel
  • Sicherheitsbestandslogik
  • Portfolio-Review
61–90 TageERP & Governance verankern
  • ERP-Parameter anpassen
  • Exception Management
  • Inventory Review etablieren
  • Finance-validiertes Benefit Tracking
10 · KPI COCKPIT

Bestand, Service und Cash gemeinsam steuern.

KPIIllustrative BaselineCadenceOwner
Inventory Value8,4 Mio. €monatlichSupply Chain / Finance
DIO / DOH73 TagemonatlichSupply Chain / Finance
Inventory Turns5,0xmonatlichSupply Chain
A/L-Bestand1,7 Mio. € / 20,2 %monatlichPlanning / Einkauf
E&O620 T€ / 7,4 %monatlichSupply Chain / Finance
OTIF / Fill Rate96,2 %wöchentlich / monatlichOperations / Supply Chain
Forecast Bias+8 %monatlichDemand Planning
Cash Release0 € BaselinemonatlichFinance / Supply Chain
11 · MANAGEMENT DECISIONS

Erforderliche Managemententscheidungen.

  1. ABC/LMH als verbindliche Bestandssegmentierung freigeben.
  2. A/L-Portfolio innerhalb von 60 Tagen vollständig überprüfen.
  3. ERP-Parameter zunächst für alle A-Artikel validieren.
  4. Low-Margin-/Low-Turnover-Produkte in einen Portfolioentscheidungsprozess überführen.
  5. Monatliches Inventory-&-Working-Capital-Review mit Finance-Validierung etablieren.
12 · METHODOLOGY & USE

Hinweis zur Nutzung.

Dieser Beispielreport ist eine Management-Diagnose, kein Audit und keine Einspargarantie. Alle Unternehmens-, Bestands- und Potenzialdaten sind fiktiv. In einer realen Analyse muss das Working-Capital-Potenzial mit tatsächlichen ERP-, Bestands-, Nachfrage-, Margen-, Lieferanten- und Servicedaten validiert werden.

  • 36 Fragen in 7 Dimensionen
  • Skala: 1 = nicht vorhanden, 5 = integriert / kontinuierlich verbessert
  • ABC/LMH, Portfolio-Wirtschaftlichkeit und ERP-Strategien sind Management-Frameworks, keine starren Vorschriften
  • Cash-Potenzial wird klar vom realisierten Benefit getrennt